S-Regeln
Das Schluß-s ſteht
1.
als Wortſchluß am Ende des Wortes:
das Haus, des Landes, der Kies, der Preis
2.
am Ende der Silbe:
dasſelbe, Eispalaſt, Häuschen, Glastür, deshalb, boshaft
3.
als Fugen-s in Zuſammenſetzungen vor dem anſchließend folgenden ſonſt ſelbſtändigen Teilwort:
Donnerstag, Geburtstag, lostreten, Haustür, deswegen

natürlich auch dann, wenn das folgende Teilwort mit einem ſ beginnt:
Ausſicht, Wirtsſtube, dasſelbe, Bimsſtein
4.
als Fugen-s auch dann, wenn nach dem s eine mit einem Konſonanten beginnende Nachſilbe (z.B. -lein, -chen, -mus, -bar) folgt:
Häuslein, Mäuschen, Wachstum, nachweisbar, wohlweislich, Realismus, Weisheit
5.
In den Fremdwortvorſilben dis und des, ferner vor k, m, n, w, d ſteht das Rund-s:
brüsk, grotesk, Schleswig, Distribution, Desinfektion, Mesner, Oswald, Dresden
Das Lang-ſ ſteht
1.
am Anfang des Wortes:
ſo, ſind, ſieben
2.
am Anfang und im Inneren von Silben:
ſauſen, wünſchen, Wunſch, erſtaunen, einſt
3.
am Schluß einer Silbe, wenn kein Wortſchluß innerhalb einer Zuſammenſetzung aus ſonſt ſelbſtändigen Teilwörtern vorliegt:
Gaſſe, Waſſer, Biſſen, faſſen, müſſen, Zeugniſſe
4.
in Lautverbindungen (ſp, ſt, ſch):
Knoſpe, faſt, löſchen
Das Doppel-ſſ ſteht
1.
wenn ein kurzer Selbſtlaut vorangeht und ein Selbſtlaut folgt:
Adreſſe, müſſen, Taſſe, vergeſſen
2.
wenn ein folgendes e durch ein Auslaſſungszeichen erſetzt wird:
ich laſſ′

ABER - Befehlsform:
Laß!
3.
in gebeugten Formen der Wörter auf -as, -is, -nis, -us
des Zeugniſſes, des Buſſes
4.
in Fremdwörtern immer bei Lautangleichung:
Aſſiſtent
Beachte den Wechſel zwiſchen Doppel-ſſ und ß in Formen ein und desſelben Zeitwortes:
eſſen - sie aßen; reißen - sie riſſen
Das ß ſteht
1.
am Ende des Wortes:
muß, naß, Biß, Haß
2.
am Ende der Silbe:
häßlich, unfaßbar, vergeßlich
3.
vor einem Konſonanten:
laßt, haßt, wißt, verpaßt, verläßlich
4.
nach langem Vokal:
grüßen, Straße, fließen, ſchließen
5.
nach Doppellaut:
heißen, außen, ſcheußlich